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1. Advent

Veröffentlicht vor mehr als einem Jahr, 04. Dec. 2017

Advent heisst Ankunft. In diesem unserem Fall ist die Ankunft Gottes auf dieser Welt gemeint, und zwar in der Geburt Jesu Christi. Aber Gott ist ja nicht erst dadurch in der Welt angekommen! Wenn Gott, oder die göttlichen Kräfte, oder welche Bezeichnung auch immer man verwenden mag, die Welt, das Universum, alles, was ist, geschaffen hat, dann muss „Gott“ schon immer da gewesen sein. Wenn dem nicht so wäre, wer hat dann Gott geschaffen? Ein „Über-Gott“? Und wer hat den erschaffen? Und so weiter, und so weiter…

An diese Grenze stösst jeder, sofern er darüber nachdenkt – ob er nun arm oder reich ist, ob er Physiker, Philosoph oder Handwerker ist. Da ist eine Wand. Wir kommen nicht rüber und nicht durch – bislang jedenfalls. Jemand hat einmal gefragt: „Mich würde interessieren, was vor dem Urknall war?“ Der Ur-Urknall?! Und davor? Und so weiter …

Wir kommen an unsere Grenzen. Wir sind mit unserem Denken und mit unserem Fühlen an Raum und Zeit gebunden und können (noch) nicht ausbrechen. Wir können höchstens an der Mauer kratzen. Deshalb hören auch fast alle Menschen auf, weiter zu denken oder weiter zu kratzen, wenn sie an diese Grenze gelangen, und wenden sich ihrem Alltag zu. „Frieda, das Wasser kocht!“ „Ja, Hermann, ich höre es genauso wie du!“ Alltag.

Genau der holt uns immer wieder ein. Denn zunächst geht es darum, unser Leben heute zu bestehen. Aber weil unser Leben heute Auswirkungen hat auf unser Leben morgen, mahnt uns der Advent und die Geschichte aus dem Evangelium vom Herrn, der auf Reisen geht, zur Wachsamkeit: „Bleibt wach“! Oder modern formuliert: Lebt bewusst! Zeitlos ausgedrückt: Achtet auf eure Gesundheit! Dazu gehört das, was man früher als „Seelenfrieden“ bezeichnet hat.

Franz Sabo