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«Hurra, die Rente ist da!» (23. April 2023)

Veröffentlicht vor 12 Monaten, 24. Apr. 2023

Das Rentnerdasein ist keineswegs für alle ein Segen. Für nicht wenige sogar das Gegenteil! Gerade im Alter möchten sich die meisten noch irgendwie «gebraucht» und nützlich fühlen. Insofern wäre es hilfreich, noch etwas zu tun zu haben – und zwar nach Möglichkeit etwas Sinnvolles!

Die Rente bringt dem Menschen nicht nur mehr Freizeit, sie beschert ihm auch zunehmende Beschwerden und ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko. Und schliesslich – ganz wichtig – die Rente bringt uns den Tod merklich näher. Ob man das nun zugeben will oder nicht, all diese «Altersfaktoren» üben einen erheblichen Einfluss auf unser restliches Seniorenleben aus.

Viele reden nicht gerne darüber – besonders Männer! Abgesehen davon bezweifle ich, ob das viel bringt?! Nichtsdestotrotz rumort es in unserem Inneren, und einen grossen Teil der «freien Zeit» verbringen wir damit, mit dieser «Endzeit» vor Augen fertig zu werden (zu arrangieren). Alles weniger ein Problem – ich sage bewusst “weniger“ – solange wir gesund sind, doch das sind im Alter die Wenigsten. Irgendwo zwickts fast jeden.

Jetzt könnte man sagen, der Sabo hält wieder eine Predigt nur für die Alten. Auch wenn es de facto so ist – denn die Predigt hören vor allem die Älteren – gemeint sind aber keineswegs nur sie. Wenn man einen Beruf ausüben will, muss man vorher eine Lehre absolvieren oder studieren. Naturtalente, die darauf verzichten können, sind äusserst rar.

Wenn man mit dem Alter einigermassen gut zurechtkommen will – immer mehr Menschen haben ja schon mit dem Älterwerden grosse Probleme – muss man sich darauf einstellen und darauf vorbereiten. Das Alter und den Tod nicht verdrängen! Unsere Zukunft nicht nur auf finanzielle Säulen bauen (erste, zweite, dritte …), sondern vor allem auch auf innere Säulen! Auf den Säulen psychischer Stabilität, seelischer Ausgeglichenheit, emotionaler Festigkeit und last but not least, auf eine religiöse Offenheit. Doch genau daran mangelt es den meisten unter 50-Jährigen. Schauen Sie sich die Zahlen an! Suizid, Depression, Burnout … Viele schaffen ihren Alltag gar nicht mehr ohne Drogen oder Medikamente.

Wenn ich jenen höre, der behauptet, er würde an nichts glauben, dann denke ich im Stillen: Warte mal ab, es ist noch nicht aller Tage Abend! Irgendwann merkst du, dass dies auch ein Glaube ist, und nicht gerade ein besonders kluger.

Wenn ich gegen 1 Uhr ins Bett gehe, bin ich sehr froh, mittlerweile folgendes beten zu können: Lieber Gott, es wäre schön, im Schlaf in meinem Bett sterben zu dürfen – morgen, übermorgen …, und wenn es heute Nacht sein soll, dann ist es auch ok. Amen.

(Pfr. Franz Sabo)