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“Sabbat” (6. November 2022)

Veröffentlicht vor 2 Monaten, 07. Nov. 2022

Die Sonntagsruhe, oder auch die Sabbatruhe gehören wohl zu den grössten und ältesten sozialen Einrichtungen. Nicht nur du und deine Familie sollen ruhen, sondern auch deine Angestellten und sogar deine Tiere. Das war die soziale Komponente. Und die religiöse Komponente?

Nimm dir wenigstens einmal in der Woche Zeit, um an Gott zu denken. Lass dich dabei nicht ablenken durch irgendwelche Arbeiten. Nimm dir Zeit, um die Schöpfung zu betrachten. Schau dir zum Beispiel den Sternenhimmel an! Welche Schönheit, welch gewaltige Grösse! Sei dir bewusst, dass deine Zeit begrenzt ist, nutze sie zum Guten und halte dich an die wichtigsten Gebote. Wenn du etwas zu klären hast, dann kläre es bald. Wenn du dich bei jemanden entschuldigen solltest, dann tu es, ganz nach dem Motto, “was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“.

Früher ging das ganze Dorf am Sonntag in die Kirche. Ob das immer erbaulich war, sei dahingestellt, kommt immer darauf an, ob das, was die Orgel gespielt und der Pfarrer gepredigt haben, erträglich war. Das war es sicher nicht immer, und keineswegs für alle. Aber das ist heute nicht anders.

Ich fordere niemanden auf, den Gottesdienst zu besuchen, abgesehen von den Erstkommunikanten und den Firmlingen. Wenn jemand zur Erstkommunion gehen, oder gefirmt werden will, dann muss er/sie natürlich vorher den Gottesdienst besuchen. Abgesehen davon, laden wir ein. Der Gottesdienst muss einem etwas bedeuten, man muss etwas damit anfangen können, einen Bezug haben; man muss es im Herzen und in der Seele spüren, dass es gut und richtig ist, hier zu sein, auch wenn man manchmal nicht mit allem einverstanden ist, was man hört und sieht.

Nein, man muss nicht in die Kirche gehen, um mit Gott und dem Göttlichen in Beziehung zu sein. Der Gottesdienst ist ein Angebot – keine Verpflichtung. Allerdings ist ein Tag der Besinnung und der Ruhe bestimmt kein Schaden – ob mit oder ohne Gottesdienst.