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Über die Kunst des Unterscheidens in der Asyl- und Flüchtlingsproblematik

Veröffentlicht vor mehr als einem Jahr, 12. Nov. 2017

In der gesamten Asylpolitik und Flüchtlingsproblematik scheint es mir vor allem um zwei Dinge zu gehen:

  1. Um die Fähigkeit (Kunst) des Unterscheidens
  2. Um konsequentes Handeln

Denn eines ist klar: Auch, wenn es eine ethische Verpflichtung darstellt (eine christliche sowieso), Menschen in Not zu helfen, so können wir nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen.

Sehr viele der jungen Männer, die es nicht nur aus Krisengebieten, sondern mehr noch aus weniger entwickelten und überbevölkerten Ländern zu uns zieht, tragen die modernsten Jeans und die flippigsten Turnschuhe. Die Frisuren sind auf dem neuesten Stand gestylt und jeder hat ein Handy oder I-Phone. Kaum einer ist wirklich in Not! Dann sehe ich im Fernsehen die Bilder aus dem Jemen, und ich sehe, was Not ist.

80% der Asylbewerber können sich nicht ausweisen. Sie wollen es auch nicht! Und sie und wir wissen, warum? Sie schaden all den echten Flüchtlingen. Das sind nämlich höchstens 20% der Einwanderungswilligen. Jene aufzunehmen wäre kaum ein Problem.

Wir können nicht alle aufnehmen. Nicht nur zu unserem Schutz, sondern auch zum Schutz all derer, die aufgenommen werden wollen. Stellen Sie sich vor, Sie nehmen 10 Leute in Ihrer Wohnung auf. Nach drei Tagen merken Sie, das geht nicht. Es fehlt an allem, nur nicht an Streit. Nach einer Woche sind Sie am Ende – finanziell, physisch und psychisch. Die Leute, die Sie freundlicher oder naiver Weise aufgenommen haben, müssen wieder raus. Niemandem ist geholfen – im Gegenteil! Vor über 25 Jahren habe ich bei mir im Pfarrhaus in Nürnberg einige Gestrandete auf der Suche nach einem besseren Leben aufgenommen. Ich war schlichtweg überfordert.

Wir müssen in der Lage sein, diejenigen, die wir aufnehmen, auch angemessen unterzubringen, ihnen das Arbeiten zu ermöglichen, sie aber auch verpflichten, ihren Teil zu einer Integration zu leisten, z.B. im Erlernen der Sprache und in der Akzeptanz unserer Regeln und Werte.

Somit wird für die Behörden die Fähigkeit zur Unterscheidung fast schon zu einer Kunst. Wer ist asylberechtigt? Wer ist ein echter Flüchtling? All die Tricksereien, Verschleierungen und Lügen zu durchschauen wird zu einer Kunst und kostet enorm viel Geld. Da ist der Zwanzigjährige, der sich als Minderjähriger ausgibt, oder der Algerier, der sich als Kriegsflüchtling aus Syrien darstellt – natürlich ohne jegliche Papiere. Logisch, dass da Pannen nicht ausbleiben.

Aber bei all jenen, bei denen man weiss, da liegt keine Aufenthaltsberechtigung vor, weil sie kriminell geworden sind, weil sie unsere Sozialsysteme missbrauchen, weil sie sich gar nicht integrieren und die Sprache lernen wollen, oder weil sie gar mit Hasspredigten unsere Gesellschaft zu unterwandern versuchen – bei all jenen ist konsequentes Handeln bitter nötig. Damit schaffen wir nämlich Platz für jene, die wirklich in Not sind.

Franz Sabo