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Zum Jubiläum (5. März 2023)

Veröffentlicht vor 11 Monaten, 07. Mrz. 2023

Auf die Frage, was das Wichtigste im Leben sei, antworten die meisten Menschen: Gesundheit. Gesundheit steht an erster Stelle, und zwar bei den Jungen genauso wie bei den Älteren und Alten. Um gesund zu sein und zu bleiben, braucht es unter anderem eine gesunde Ernährung. Was ist eine “gesunde Ernährung“? Für die einen heisst das zum Beispiel möglichst nichts essen, allerhöchstens ein bisschen vegan. Als mich ein Arzt fragte, ob ich ein Ernährungskonzept habe, antwortete ich: «Ja, ich esse, was mir schmeckt, sofern mein Magen nicht rebelliert.»

Ich bin nämlich überzeugt, wenn wir bewusst leben, d.h., wenn wir auf unseren Körper, auf unseren Geist und auf unsere Seele achten, dann spüren wir, was gut und was weniger gut für uns ist, und zwar auf allen Gebieten des Lebens. Zudem kommt es auch immer auf die Dosierung an. Insofern kann eine Medizin heilen, wenn die Dosierung passt, oder sogar zum Tod führen, wenn die Dosierung nicht passt. Natürlich gibt es ein paar Grundregeln, zu denen eben die Dosierung gehört, beim Essen, wie beim Trinken, wie beim Sport. Joggen bis zum Umfallen kann`s nicht sein, aber Bewegung – vor allem im Alter – ist äusserst ratsam, genauso wie ausreichend Schlaf oder ein geregelter Tagesablauf.

Aber wie ich schon einmal sagte, Sie können sich vegan ernähren, nur Wasser trinken und jeden Tag durchs Dorf rennen, wenn Ihnen jedoch das Eine fehlt, nützt das alles recht wenig. Und das Eine heisst: Zufriedenheit!

Mein Stiefvater ist dafür – zumindest für mich – ein Paradebeispiel. Er hat bis zu seiner Pensionierung geraucht, gut gegessen und jeden Tag einige Bierchen versenkt, und er war schon immer für mich ein leuchtendes Beispiel der Zufriedenheit. Jetzt befindet er sich im 90. Altersjahr. Er ist geistig fit, hört ausgezeichnet und sieht besser als ich. Für ihn kam immer an erster Stelle seine Frau, sein Auto (manchmal vielleicht auch umgekehrt), seine Kinder und jeden Tag in den verschiedensten Geschäften einzukaufen – bis heute! Das Brot ist bei dem Bäcker am besten, die Brötchen bei jenem. Das beste Rindfleisch vom Bugblatt gibt’s bei dem Metzger, die schmackhaftesten Weisswürste allerdings bei einem anderen. Sollte mein Stiefvater morgen tot umfallen, wäre das sicher ein Drama für meine Mutter, aber für ihn der Abschluss eines erfüllten Lebens, ganz ohne Körner (ich habe nichts gegen Körner – dosiert!).

Wie gelangt man eigentlich zur Zufriedenheit? Das könnte auch für jene durchaus interessant sein, die momentan ganz zufrieden sind, denn das könnte sich ja mal ändern!

Zufriedenheit hat viel damit zu tun, dass wir Dinge tun, die für uns stimmen. Noch wichtiger aber ist, dass wir die Dinge nicht tun, die für uns nicht stimmen! Wenn mich zum Beispiel jemand zu einer vierwöchigen Weltreise einladen würde – ganz umsonst, Business-Class, alles wird bezahlt – ich würde Nein sagen, stimmt für mich nicht. Schon eher ein Dinner im “Drei König“ in Basel. Da würde ich nicht Nein sagen. Nicht nur wegen dem Essen, sondern auch wegen der reichen und “feinen Pinkel“, die dort dinieren und oft eben gar nicht so “fein“ sind!

Item. Nicht einmal in die USA würde ich reisen. Insgesamt war ich dreimal dort, und ich war immer wieder heilfroh, wenn es gerumpelt hat, und das Fahrwerk des Flugzeugs heimatlichen Boden berührte.

  1. Ich fliege äusserst ungern.
  2. Das Mineralwasser schmeckt nach Chlor (Wasser im Freibad).
  3. Das Cola ist alles andere, nur kein Cola.
  4. Das Essen kann man vergessen.
  5. Die Air-Condition bringt mich um (Draussen 25, im Supermarkt 5 Grad)
  6. Ausserdem hasse ich den amerikanischen Slang.

Nein, das stimmt für mich nicht, und das tue ich mir nicht an!


Das ist jetzt nur ein Beispiel. Es ist oft leichter, herauszufinden, was man nicht mag und nicht will, als das, was man will. Insofern wäre der erste Schritt, die Spreu gleichsam vom Weizen zu trennen, also nach Möglichkeit das zu meiden, was man nicht will – nach Möglichkeit! Es geht nicht immer und überall und bei allem. Aber gerade weil das so ist, weil wir ohnehin schon viele Dinge hinnehmen und auch machen müssen, die wir eigentlich nicht wollen, sollte man umso mehr darauf achten, diese Dinge (dazu gehören auch Menschen) so weit wie möglich zu meiden.

Wir werden trotzdem sterben – aber höchstwahrscheinlich um einiges zufriedener.