Heilige Anna
Schutzpatronin der Röschenzer Kirche
Patrozinium am 26. Juli
Die Wahl der heiligen Anna als Schutzpatronin der Röschenzer Dorfkirche geht auf Anna Weber zurück. Als Hauptstifterin verfügte sie 1725, dass die erste Röschenzer Kapelle der St. Anna geweiht wird. Nach dem Abriss der Anna-Kapelle ging der Name auf die Pfarrkirche über.
Die heilige Anna findet in der Bibel keine Erwähnung. Als Mutter Marias und Grossmutter Christi tritt sie erstmals im Protoevangelium des Jakobus in Erscheinung. Das ist eine frühchristliche Schrift, die Mitte des 2. Jahrhunderts entstand und auch «Offenbarung des Jakobus» genannt wird. Die Schrift entstand
zum Lobpreis der Maria und erzählt die Geschichte der Geburt und der Erziehung Marias. Anna wird bei Jakobus als eine Frau mittleren Altes beschrieben, die ihre Kinderlosigkeit bejammert. Auch ihr Mann Joachim ist nicht mehr jung, als reicher Mann bringt er aber viele Opfergaben. Jakobus erzählt von der
Schmähung, die beide durch ihre Kinderlosigkeit erfahren.
Daraufhin geht Joachim vierzig Tage und Nächte in die Wüste, um zu fasten. Während dieser Zeit wird Anna von einem Engel besucht, der ihr folgendes verkündet: «Anna, der Herr hat deine Bitte erhört. Du wirst empfangen und gebären, und deine Nachkommenschaft wird in der ganzen Welt genannt werden.» Auch Joachim erfährt durch himmlische Boten, dass Anna ein Kind bekommen soll. Als er nach Haus kommt, fällt ihm Anna voller Freude um den Hals. Anna bleibt dem Kind Maria eine liebende Mutter, mit drei Jahren bringt sie das Mädchen in den «Tempel des Herrn», wo Maria als Tempeljungfrau in der Obhut der Priester aufwächst. Die Eltern Marias werden im Protoevangelium von da an nicht mehr erwähnt.
Quelle: Die Geschichte der Pfarrei Röschenz von Gery Vitt
